Wärmepumpe im Altbau: lohnt sich das?
Diese Frage können wir mit einem klaren JA beantworten. Im Altbau kann eine Wärmepumpe gut funktionieren, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Entscheidend ist, ob Haus und Technik gut zusammenpassen. Ob das der Fall ist, muss immer individuell beurteilt werden, am besten von einem Fachmann. Welches Haus als Altbau gilt, ist nicht einheitlich geregelt. Wenn wir von Altbau sprechen, meinen wir Häuser, die vor dem Jahr 2002 gebaut wurden. Warum ist das so?
1977 trat in der BRD die 1. Wärmeschutzverordnung in Kraft, welche erste Anforderungen an die Energieeffizienz von Neubauten stellte. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten kamen immer weitere Ergänzungen dazu. 1984 die 2. und 1995 die 3. Wärmeschutzverordnung. Die Anforderungen wurden jedes Mal weiter erhöht, bis 2002 die Energieeinsparverordnung (ENEV) mehrere vorherige Verordnungen wie die Wärmeschutzverordnung und die Heizanlagenverordnung zusammengefasst hat. Deshalb sind für uns Häuser, die vor 2002 gebaut wurden, Altbauten.
Wurde das Haus vor der Zeit der 1. Wärmeschutzverordnung 1977 erbaut, besteht trotzdem die Chance, dass es auch ohne aufwändige Dämmmaßnahmen die zwei wichtigsten Kriterien für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe erfüllen. Diese sind:
- der Heizenergiebedarf des Hauses und
- die Vorlauftemperatur der Heizung
Der Heizenergiebedarf sagt aus, wie viel Heizenergie man in einem Haus pro Quadratmeter benötigt. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser kann eine Wärmepumpe funktionieren.
Das gleiche gilt für die Vorlauftemperatur. Sie ist die Temperatur, die ein Heizsystem benötigt, um Räume ausreichend zu erwärmen. Die höchste Effizienz erreichen Wärmepumpen bei einer Vorlauftemperatur von 30 bis 35 Grad. Sie arbeiten aber auch bei höheren Temperaturen von bis zu 55 Grad noch effizient, wenn sie richtig geplant sind.